Travel Diary: Palermo, Italy

Ein ausführlicher Reisebericht darf unter den Impressionen aus Sizilien, die ich mit euch teile, natürlich nicht fehlen. Deswegen gibt es jetzt hier meine persönlichen Places to be auf der wunderschönen Insel in Süditalien. 
Die Auswahl unseres Reiseziels fiel mir und meinem Freund angesichts des günstigen Fluges nicht schwer: neben Athen war Palermo eine der erschwinglichsten Destinationen mit Sonnenscheingarantie, die wir finden konnten.
Schon während des Hinfluges schwor ich mir zwar nach dieser Reise niemals wieder mit RyanAir zu fliegen, aber die Aussicht in dem Moment als ich aus dem Flieger stieg, ließ mich diesen Ärger sofort vergessen.
Neben strahlend blauem Himmel und dem wunderschönen Mittelmeer, von dem die italienische Insel umschlossen wird, ist Sizilien auch für sein Berg- und Hügelland bekannt, das sich unmittelbar vor dem Flughafen auftürmt.

WHERE TO SLEEP

Mit dem Taxi ging es innerhalb von ca. 30 Minuten vom Flughafen in die Innenstadt. Der Verkehr auf Sizilien ist übrigens nichts für schwache Nerven. Nach meinen zahlreichen Italienbesuchen glaubte ich die etwas unorganisierte und temperamentvolle Art zu Fahren eigentlich zu kennen, aber in Palermo fühlte ich mich plötzlich wie in Bangkok: viel, viel, viel zu viele Autos, kaum Geschwindigkeitsbegrenzungen, so gut wie keine Ampeln (!) oder Vorfahrtsregeln. Stattdessen wird der Verkehr an den permanent verstopften Kreuzungen mit Handzeichen und Hupen geregelt. Unseren Plan, für ein Tage ein Auto zu mieten, wurde dann spätestens beim ersten Spaziergang durch die Stadt auf Eis gelegt.

Wenn ihr meine Travelguides aus Barcelona und Teneriffa gelesen habt, wisst ihr sicher schon: wenn’s nicht gerade mit der Familie in den Urlaub geht, ist ein AirBnB Apartment einfach die günstigste Lösung. Deswegen haben wir auch diesmal wieder in eine Wohnung im Voraus gesucht, gefunden und gebucht. Die vielen guten Bewertungen hatte sich unser „Vermieter“ offensichtlich ehrlich verdient: er holte uns vom Bahnhof ab und fuhr uns bis vor die Tür.
Das wunderschöne Apartment mit Küche und Terasse lag in der Altstadt, so dass alle wichtigen Sightseeing-Points (mit etwas Überwindung beim Überqueren der schnell befahrenen Straßen) zu Fuß erreichbar waren.
Hier seht ihr den Blick aufs Land in die Berge, den wir vor allem bei Sonnenauf- und -untergang besonders genossen haben.

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WHERE TO EAT

Gleich am ersten Morgen machte ich mich auf, um ein paar Dinge für’s Frühstück zu kaufen. Auf dem Weg zum Markt, der mich auch durch kleine Nebenstraßen und Bereiche führte, die normalerweise nicht von Touristen durchquert wurden, begegnete ich zum ersten Mal der schmutzigen Seite der Stadt. Müllberge, streunende Katzen, eingefallene Häuser und zwischendrin immer wieder kleine Stuhlkreise auf dem Bürgersteig in denen die Einheimischen abends ihren Dorf-, beziehungsweise Stadtklatsch austauschten.

Am Marktplatz angekommen staunte und kaufte ich mich durch die Massen an regionalem Gemüse, reifem Obst und fangfrischem Fisch. Das wichtigste für ein italienisches Frühstück ist allerdings süßes Gebäck, das man in einer der vielen pasticcerias kaufen kann. Zwar wusste ich nie so richtig, was ich mir da eigentlich gerade einpacken ließ, aber lecker war es auf dem Balkon mit einer Tasse Milchkaffee immer.

Zum Mittag holten wir uns wegen der Hitze meist nur einen Snack. Kohlenhydratreiche aber unheimlich gute Pizza, Paninis und arancini (frittierte und gefüllte Reisbälle) gibt es an jeder Ecke zu absoluten Spottpreisen. Die besten Reisbällchen, eines der für Sizilien wohl typischsten Gerichte, gibt es übrigens bei Ke palle in der Via Maqueda.

Abends gab es entweder selbstgekochte Pasta oder Pizza im Restaurant, mit der man wirklich nirgends in Italien etwas falsch machen kann. Auf eine Empfehlung einer Freundin hin besuchten wir auch die Osteria Mangia e Bevi, die auch laut TripAdvisor-Bewertungen einiges versprach. Die Lage auf einem kleinen, schön beleuchteten Marktplatz sowie das rustikale Ambiente mit frischen Blumen und Kerzen waren entsprechend stimmungsvoll und gemütlich.
Das Essen würde ich allerdings, im Gegensatz zu den überschwänglichen Bewertungen im Internet, eher als solide bezeichnen. Trotzdem ist die Osteria einen Besuch wert, vor allem, wenn man danach noch Lust hat, in eine hippe Bar (direkt nebenan) weiterzuziehen, in der sich die jungen Einheimischen Palermos abends tummeln.

Nach dem Dinner gab es für mich übrigens immer noch mindestens eine (meistens zwei) Kugel Gelato – Pistazieneis schmeckt nämlich nirgends besser als in Italien! Wer Lust auf etwas Neues oder großen Hunger auf Süßes hat, sollte sein Eis unbedingt mal in einem herrlich weichen, süßen Brioche Bun probieren, das zum Beispiel bei Don Gelato (wieder in der Via Maqueda) aber auch sonst überall überall angeboten wird.

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WHAT TO DO

Meine erste Wahl, wenn ich so dicht am Meer bin, ist natürlich in jeden Fall Entspannen, Baden und Bräunen am Strand. Dafür boten sich uns Palermo zwei Möglichkeiten: entweder das, mit dem Auto etwa eine halbe Stunde entfernte, Mondello oder das kleine Örtchen Cefalu, etwa eine Stunde mit dem Zug von der Stadt weg.
Nach Mondello braucht es, wenn man mit dem Bus fährt, leider immer etwas länger, weil die Busse extrem unregelmäßig fahren. Meistens haben wir mehr als eine halbe Stunde gewartet, bis die Linie kam, die wir uns vorher heraus gesucht hatten, manchmal auch länger. Wichtig, wenn man in Palermo mit dem Bus fahren möchte: an der Bushaltstelle unbedingt die Hand ausstrecken und dem Busfahrer verständlich machen, dass man mit möchte – sonst rauscht er einfach vorbei. Dafür sind die Fahrten extrem günstig, bis nach Mondello bezahlt man knapp 2€.
Was man dort vorfindet ist ein sehr schmaler, aber gut besuchter Strand mit dem türkisen, warmen Mittelmeer, eingerahmt von den steilen, sizilianischen Bergen. Einheimische und Touristen besetzen dort jedes noch so kleine Fleckchen mit Badetüchern, Sonnenschirmen, Stühlen in großen Kreisen und italienischem Lebensgefühl.
Wem das schnell zu viel wird, der sollte die Reise nach Cefalu auf sich nehmen. Dort findet man (logischerweise) das gleiche Wasser, das übrigens blauer und schöner ist als überall wo ich bisher war, den gleichen Sand aber wesentlich mehr Platz und Ruhe.

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Ansonsten gibt es natürlich jede Menge Sightseeing- und Shoppingmöglichkeiten. Am besten hat es mir eigentlich gefallen, einfach durch die Innenstadt zu schlendern, weil es an jeder Ecke einen schönen Balkon oder eine verzierte Kuppel zu sehen gab. Trotzdem lohnt es sich eine der katholischen Kirchen, wie beispielweise die Cattedrale di Palermo zu besuchen, die allesamt ein prächtig geschmücktes Innenleben offenbaren.

Auch der Hafen war einen Besuch wert, der Weg dorthin über diverse mehrspurige, gut befahrene Straßen aber eher beschwerlich. Dort zeigte sich auch wieder mal die Gegensätzlichkeit Palermos: direkt am Hafen ist alles sauber, die Grünflächen sind gepflegt und es gibt Fußwege und Sitzgelegenheiten. Einmal über die Straße jedoch, gelangt man direkt wieder in schmutzige, heruntergekommene Gassen.

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Letztendlich war ich super glücklich mit der Auswahl unseres Reisezieles und habe es sehr genossen, eine Woche in Palermo zu verbringen. Dass es tatsächlich so große Unterschiede zwischen Nord- und Süditalien gibt, habe ich mir zwar vorher von Norditalienern sagen lassen, aber nie richtig vorstellen können.
Den Schmutz und die Lautstärke der Stadt machen das Meer, das Essen und die freundlichen Leute aber schnell wieder wett und Palermo trotzdem eine Reise wert. 

  • Comments ( 4 )

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    Vanessa

    Die Bilder sind ja wahnsinnig schön, da bekomme ich auch gleich wieder Lust zu verreisen! 🙂
    Deine Tipps finde ich mega praktisch ♥

    Liebe Grüße,
    Vanessa von prêt-à-porter NOIR

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    Jule

    Das sind echt super schöne Bilder, da packt mich direkt die Reiselust!
    Dabei ist mein letzter Urlaub gerade mal einen Monat her. Aber, wenn ich mir das Wetter hier so anschaue, dann würde ich doch lieber in Palermo sein 🙂
    Liebe Grüße
    http://www.champagne-attitude.com

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    Emma

    Cool post!
    Love it,
    Emma
    http://www.emmalovesfashion.com

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    CHRISTINA KEY

    Wunderschöne Fotos! Es scheint, als ob dieser tolle Ort wirklich mal einen Besuch wert wäre! 🙂 ♥

    XX,
    Photography & Fashion Blog

    CHRISTINA KEY
    http://www.CHRISTINAKEY.com

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