Traumjob Full-Time Blogger?

Über die Frage, was man „denn später mal machen wolle“ freut sich niemand so richtig – schon gar nicht, wenn man in der Medienbranche unterwegs ist.

Wie einfach es damals doch noch gewesen sein muss, als man seinen Eltern, Tanten und Onkels noch jede Woche einen neuen Berufswunsch präsentieren konnte, von dem man gerade träumte. Soweit ich mich erinnere, war das bei mir nach meiner ersten Folge „Schloss Einstein“ – obwohl gerade das wohl die letzte Serie ist, der man ein hohes schauspielerisches Niveau zuschreiben kann – Schauspielerin. Es folgten zahlreiche Sketchvideodrehs (für lustig hielt ich mich dazu nämlich auch noch) mit meinem Nokia 6500 Slide und die ambitionierte Beteiligung am Kurs „Darstellendes Spiel“ in der Schule. Den Höhepunkt meiner Schauspielkarriere erreichte ich mit der Einladung zu einem Casting für einen deutschen Kinofilm. Wer hätte gedacht, dass das etwas zu groß geratene Mädchen, das im Fragebogen „Jungs verhauen“ (auch hier stapelte ich wieder recht hoch, wenn auch die meisten Jungs tatsächlich ein bisschen eingeschüchtert von mir waren) als eines ihrer Hobbies angab, schließlich nicht die Hauptrolle in einem Pferdefilm bekam?

IRGENDWAS MIT MEDIEN

Irgendwann vernachlässigte ich meine Schauspielambitionen und hatte keinen offiziellen Berufswunsch mehr. Schon damals fasziniert vom Fotografieren, Schreiben, Zeichnen und Lesen versuchte ich meine Eltern mit der berühmt-berüchtigten Phrase „irgendwas mit Medien“ zu beruhigen, wenn sie nach meinen Plänen fragten. Das funktionierte ziemlich genau bis zu meinem Abitur, als dann angeblich nicht nur der Ernst des Lebens sondern auch die Studienwahl vor der Tür stand.

Plötzlich wünschte ich mir die Zeit zurück, in der ich felsenfest davon überzeugt war, Schauspielerin werden zu wollen – dann wäre der Weg klar gewesen, den ich hätte gehen müssen. Tatsächlich konnte „irgendwas mit Medien“ aber gleichermaßen „alles mit Medien“ sein und grenzte potenzielle Studiengänge und Hochschulen nur minimal ein. Moderedakteurin, klassische Journalistin, Autorin, Grafik-Designerin oder PRlerin? Welcher dieser Berufe sollte es denn sein?

 

Den passenden Studiengang habe ich inzwischen gefunden, meinen Traumberuf jedoch noch immer nicht. Die meisten Leute sind erstaunt, wenn ich Fulltime-Bloggerin an dieser Stelle nicht nenne. Dabei ist der Job, von dem ich aktuell lebe, natürlich schon ein Stück weit ein Traum: ich bin mein eigener Chef, kann kreativ sein und mir meine Zeit frei einteilen. Noch dazu kommen unzählige Goodies, Events und Erlebnisse, die ich ohne meinen Blog womöglich niemals hätte genießen können. Und doch hat es einen handfesten Grund, warum ich im Gegensatz zu vieler meiner Kollegen nicht bis an mein Lebensende Full-Time bloggen möchte: es ist mir schlichtweg zu oberflächlich. Auch wenn ich noch so viele Kolumnen schreibe, twittere und auf Insta-Stories aus dem Nähkästchen plaudere, basiert dieser Job letztlich primär auf einem, nämlich Bildern.

Selbstverständlich heißt das nicht, dass ich niemals Full-Time als Bloggerin mein Geld verdienen würde – ganz im Gegenteil, wenn sich das nach meinem Studium ergibt, wäre ich mehr als glücklich darüber. Trotzdem ist es für mich nicht das letzte Ziel, auf das ich hinarbeiten möchte. Und solange ich das eigentliche Ziel jetzt noch nicht definieren kann, versuche ich einfach weiterhin, mit „irgendwas mit Medien“ durchzukommen. Hat ja die letzten fünf Jahre auch ganz gut funktioniert.

 

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  • Comments ( 3 )

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    Darja

    Super Beitrag, Nina! Mir geht es genauso, bloß dass mein Blog als Haupthobby im Leben steht. Meine Familie kann sich bisher immer noch nicht vorstellen, was ich später mal werden kann, wenn ich Medien studiere aber vielleicht ist genau hier der große Vorteil: Wir schränken uns nicht auf ein Thema ein und können uns später immer noch in eine Richtung spezialisieren!

    Alles Liebe dir & schöne Sommertage xx

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    Luisa Wagner

    Same Right here 😀 Dieses „irgendwas mit Medien“ kenne ich zu gut. Ich bin gerade am Bewerbungen schreiben und bin sehr gespannt für welchen Medienstudiengang ich mich im Oktober entscheiden werde. Darf ich fragen was du studierst ?

    Liebe Grüße Luisa 🙂

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    Márcia

    Liebe Nina,
    ich kann dich so gut verstehen. Ich stehe zwar schon mit beiden Beinen fest in der Arbeitswelt und versuche auch Fulltime-Blog und Masterarbeit nebenbei zu jonglieren. Aber nur Bloggerin könnte ich auch nicht sein. Ich liebe meinen Blog und das was ich tue, aber wie du schon sagst, wäre es zu einseitig. Gleichzeitig sind meine beiden Berufe zwar alles, was sich Mädchen wünschen (Moderedakteurin und Bloggerin) aber so erfüllend ist weder das eine noch das andere. Zusammen sind sie aber genau das richtige. Zwar bin ich mit Blog und Job mehr als ausgelastet und täte gut darin mindestens bei einem kürzer zu treten, aber so richtig will ich das auch nicht, denn was mir das eine nicht gibt, gibt mir das andere, wenn du verstehst was ich meine.
    Nachdem ich mir meinen eigenen Kommentar gerade nochmal durchgelesen habe, klinge ich fast wie eine alte Oma (sorry. bin nur eine 25-jährige Chaos-Masterarbeits-Schreiberin)

    http://www.theladies.at

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