Corsage Belt / Never Not Busy

Seit sich das Bloggen bei mir langsam aber sicher von einem Hobby in einen Job verwandelt, scheint sich die To-Do-Liste in meinem Kopf stetig zu verlängern. 

Ich hatte schon viele Jobs in meinem Leben. Ich habe die komplette Weihnachtszeit über Glühwein an angetrunkene Meuten ausgeschenkt, mir in einer Boutique den ganzen Sommer vor Langeweile die Beine in den Bauch gestanden, auf dem Oktoberfest schwere Bierkrüge getragen und Backhendl serviert, in einer Firma als Social Media Manager eine Überstunde nach der anderen gemacht und zuletzt Texte für eine App geschrieben. Eins hatten jedoch alle Jobs – zugegeben, manche mehr, manche weniger – gemeinsam: sobald ich meinen Arbeitsplatz verließ, hieß das Freizeit. Auch wenn ich vor allem nach den Bürojobs meist völlig erschöpft ins Bett fiel, gab es in der Regel keinen Grund, mich am Feierabend noch mit Dingen von der Arbeit zu beschäftigen. Selten gab es Aufgaben, die ich nicht auch noch am nächsten Tag würde erledigen können, schwirrten in meinem Hinterkopf herum.

DIESE ZEITEN SIND VORBEI.

Denn seit ich sozusagen mein eigener Chef bin, gibt es keine festen Arbeitszeiten mehr. Cool, oder? Ist es auf den ersten Blick auch. Trotzdem bringt diese Freiheit auch Nachteile mit sich. Nämlich, dass man quasi nie Feierabend hat. Klar, man kann den Laptop zuklappen, nachdem man einen Blogpost online gestellt und eine Rechnung geschrieben hat – aber man könnte auch noch dreißig Mails beantworten, eine neue Fotostrecke bearbeiten und schon mal die Posts für die nächste Woche schedulen. Bei Selbstständigkeit denken die meisten immer nur daran, dass die Deadline wegfällt, bis zu der man im Normalfall spätestens im Büro sein muss – dass es aber auch keinen Schlussstrich gibt, der den Feierabend markiert, vergessen sie dabei.

 

24/7 statt 9 to 5

Und so sitze ich meist noch abends auf der Couch am Laptop, arbeite am Wochenende oder lege im Urlaub eine Shootingsession ein. Mal abgesehen von Social Media, das einfach immer laufen muss – egal wie krank, hungover oder schlecht gelaunt ich bin. Denn wenn man selbstständig ist, ganz unabhängig davon in welchem Bereich, dann verschmelzen Leben und Job einfach zu einem gewissen Teil. Wieso sollte ich relaxen, wenn ich auch mein Business vorantreiben kann? Diese Frage beschreibt meine Situation in den letzten Wochen und Monaten recht gut. Immer, wenn ich mit einer Sache fertig bin, gibt es darüber hinaus etwas anderes das ich machen könnte, um noch besser, noch professioneller, noch ambitionierter dazustehen.

Endlose To-Do-Listen

Wenn ich mal nichts mache, schaltet sich prompt mein Schuldbewusstsein ein und erinnert mich umgehend daran, dass ich doch gerade auch arbeiten könnte. In diesen Momenten wünsche ich mir die Zeit zurück in der ich nach der Arbeit nachhause kam und mich reinen Gewissens mehreren Folge Gossip Girl und einer Packung Ben & Jerry’s widmen oder einfach mal ein Nachmittags-Nap einlegen konnte.


WORTH THE EFFORT

Trotzdem möchte ich meine jetzige Situation nicht mit der damaligen tauschen. Denn für etwas Eigenes zu arbeiten fühlt sich – so anstrengend und kräftezehrend es auch manchmal sein kann – einfach besser an. Ich sitze lieber zwölf Stunden für meinen Blog vor dem Laptop, als acht für ein fremdes Business, in dem ich nur die Rolle des Ausführenden spiele. „Do what you love“ ist zwar eigentlich nur ein kitschiger und ziemlich simpler Spruch, der außergewöhnlich oft auf Unterarme tätowiert oder an Küchenwände geklebt wird, trifft aber irgendwie doch zu: als Selbstständiger arbeitet man viel, oft und hart, ist jedoch am Ende des Tages immer glücklich mit dem was man tut.

 

Deshalb werde ich mich endlosen To-Do-Listen und dem Stress, niemals wirklich „fertig“ mit meiner Arbeit zu sein, wohl anfreunden müssen. Aus meinem Umfeld, von Freunden, Familie und meinen Eltern weiß ich immerhin: wenn man Prioritäten setzt und sich genauso Zeit zum Entspannen nimmt, wie man mit Leidenschaft und Mühe in seinen Job investiert, kann die Selbständigkeit nicht nur ein Weg zum Erfolg sein, sondern auch zu einer Menge Zufriedenheit führen.

GET THE LOOK

Flared Pants

Ivy & Oak

Shirt

Pieces

Belt

Zara

Sneakers

Converse

  • Comments ( 5 )

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    carmitive

    Oh bei diesem Gürtel hatten wir wohl den selben Gedanken (siehe mein letzter Beitrag) Du hast diesen Look wirklich super schön gestylt.
    xx, Carmen – http://www.carmitive.com

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    Leni

    Wirklich gut geschriebener Beitrag! Beruflich bloggen bedeutet ja Selbstständigkeit (beruflich!) und da hört die Arbeit halt leider selten auf! Ich glaube man muss die richtige Balance finden. Übrigens tolles Outfit!

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    Eva Jasmin

    Toller Beitrag, Liebes, du triffst es auf den Punkt! Mal abgesehen davon, dass der Look echt toll ist.
    Liebe Grüße
    Eva

    http://www.eva-jasmin.de

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    Daniel-Sam

    Das Outfit ist wirklich unglaublich gut!
    Zu deinem Post, Ich kann da leider nicht mit sprechen aber ich weis was du meinst!

    Ich glaube gerade die ersten Jahre der Selbständigkeit sind wirklich hart und stressig!

    deswegen Hut ab das du deinen Weg so zielstrebig verfolgt hast und nun Geld verdienst mit dem Job der dir Spaß macht.

    Ich glaube es ist genau das was es am Ende ausmacht! Der Spaßfaktor an der ganzen Sache, denn egal ob selbständig oder nicht, der Spaß sollte immer im Vordergrund stehen.

    Super guter Post!

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    Julia

    Wow, der Look ist echt traumhaft schön. Toller Beitrag.:)
    Liebe Grüße
    Julia
    http://www.aboutjulia.de

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