Leather Pants / Fake Followers?

In letzter Zeit beschäftige ich mich sehr viel mit dem für Influencer und Blogger aktuell wohl bedeutendsten sozialen Netzwerk: Instagram. Ich versuche so aktiv wie möglich zu sein, um mir neues Publikum zu erschließen – mit einher geht leider die Erkenntnis, dass sich viele meiner Kollegen und Kolleginnen diesen Schritt auf unehrliche Weise erleichtern. 

Es ist fast deprimierend zu sehen wie viele, auch größere Accounts, Follower und Likes kaufen oder gekauft haben. Vor allem, wenn man selbst trotz regelmäßigen und  (ja natürlich sehe ich meinen eigenen Content so!) hochwertigen Inhalten zwar stetig, aber schleppend wächst. Ich möchte niemanden verurteilen – man munkelt, selbst Chiara Ferragni hätte ihre Instagram-Karriere auf diese Weise gestartet – sondern nur für ein bisschen mehr Ehrlichkeit auf der Seite der Influencer und weniger Oberflächlichkeit auf der Seite der PR plädieren.

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WORAN ERKENNT MAN DEN FAKE?

Man kann natürlich selten hunderprozentig sagen, ob ein Account Fake Follower gekauft hat, einige Indizien weisen allerdings stark darauf hin.

  • Der simpelste Hinweis auf Fake: Follower- und Likezahl stimmen nicht überein. Wenn ein Profil 15k Follower, aber nur 300 Likes unter seinen Bildern hat, ist da etwas faul. Gröbster Fehler also: Follower, aber keine Likes kaufen.
  • Womit wir auch schon beim nächsten Punkt wären. Um seine Followerzahl zu legitimieren, kann man natürlich auch Likes kaufen. Da spielt der Zeitpunkt eine wichtige Rolle, denn die Likes direkt nach Posten des Bildes zu kaufen, wäre sehr auffällig. Wenn jemand also nach einer halben Stunde 200, nach einer weiteren halben aber plötzlich 2000 Likes hat – ihr ahnt es – läuft da etwas gewaltig falsch.
  • Nicht nur die Anzahl der Follower ist ausschlaggebend, sondern auch ihre Gestalt. Wenn man beim Scrollen durch die Abonnentenliste auf überdurchschnittlich viele Accounts ohne Profilbild und mit ominösen Namen aus Zeichen und Ziffern stößt, ist der Fall meist klar.
  • Last but not least: wenig Interaktionen. Hinter jeder echten Reichweite steht auch eine starke Community, die fleißig liket, kommentiert und agiert. Natürlich ist das von Profil zu Profil unterschiedlich (je nach Alter, Interessen etc. der Follower), sehr wenige oder beliebige Kommentare deuten aber nicht gerade auf Glaubwürdigkeit hin.

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WAS HAT MAN VON FAKE LIKES UND FOLLOWERN?

Nicht allzu viel, könnte man denken. Denn hinter den meisten Fake Followern stecken keine aktiven Accounts. Wenn doch, stammen die vom anderen Ende der Welt und haben nicht ein einziges Interessengebiet mit dem Account, dem sie folgen, gemein. Was sind also Follower wert, die nicht liken, kommentieren oder sich gar für dich interessieren? Leider so Einiges. Denn zum Einen folgen andere Leute einem Account mit höherer Followerzahl schneller – ganz nach dem Motto „hinter so vielen Followern muss ja jemand Wichtiges stecken“. Zum Anderen checken viele Brands und Agenturen offensichtlich nicht viel mehr als die Zahl über dem Instagramprofil, bevor sie Deals mit Influencern machen. Dabei wäre gerade das wichtig! Was bringt es einem Werbekunden, wenn das Produkt nur einem Bruchteil der eigentlichen Zielgruppe und stattdessen tausenden arabischen und amerikanischen Ghost Followern dargeboten wird? Gerade aus diesem Interesse heraus könnte man von PR Agenturen mehr als nur einen flüchtigen Blick auf einen Profil-Header erwarten. Aber Hauptsache, dem Kunden kann schließlich eine Reichweite von 100k schwarz auf weiß präsentiert werden – der wirkliche Mehrwert kann ja sowieso nicht gemessen werden. So geht der Werbekunde, der gerade mehrere hundert Euro in den Sand gesetzt hat, glücklich mit einer Zahl im Kopf und Agentur und Influencer mit dessen Geld nachhause.

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Ausgerechnet Brands und Agenturen, die mit eingekauften Reichweiten arbeiten, sind aber die einzigen die die Möglichkeit hätten, Instagram von dieser Scheinheiligkeit zu befreien. Denn wenn PR-Leute Profile gründlicher durchchecken (kleine Anleitung da oben, nur mal so) und Instagram-Blogger merken, dass sie mit Fake Followern und Likes nicht weit kommen, dann hören sie vielleicht sogar eines Tages auf zu kaufen!

 

Es mag utopisch klingen, aber ich wünsche mir von Instagram einfach ein bisschen mehr Ehrlichkeit.

Mit Fake Followern, gekauften Likes und Social Bots machen wir uns das soziale Netzwerk nämlich irgendwann kaputt

– und da hat dann weder der Influencer noch der Werbekunde oder die PR-Agentur was von.

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GET THE LOOK

Sunnies

Ray Ban

Boots

Topshop

Trenchcoat

Mint & Berry

  • Comments ( 17 )

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    Melanie

    Ein toller Look. Die Kombi gefällt mir total gut. Eine Lederhose brauche ich noch (kürzlich habe ich mir eine gekauft, aber nach dem ersten Waschen war sie total kaputt).

    Die Sache mit den Followern höre ich auch öfter. Aber ich denke, es ist jedem selbst überlassen, wie er damit umgeht. :-*

    viele liebe Grüße
    Melanie / http://www.goldzeitblog.de

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    LesPetitesFashionistes

    Was ein super ehrlicher Post! Finden wir wirklich gut, aber wir haben noch glauben daran, dass sich das mal ändert 😌 wir lieben deinen Account auf jeden Fall und du hast tausende ehrliche Follower verdient!

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      ninaconinaco

      Mit Pessimismus kommt man hier wohl auch nicht weit, da hilft nur ehrlich weitermachen. Ich danke euch für euer liebes Feedback!

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    Daniel-Sam

    Du triffst den Nagel auf den Kopf 💁🏼‍♂️Super geschrieben !!! Das sollte eigentlich auch Thema meines nächsten BlogPost werden

    Ich finde es nämlich auch sehr schnell durchschaubar wenn man Follower gekauft hat und finde es auch schade !!! Das macht es auch für Neulinge in diesem Bereich einfach total schwer wenn nur die Follower Zahl zählt !!

    Ich finde das gesamte Profile sollte ansprechen sein und eine Persönlichkeit haben ! Und durch instastorys ist das ja sogar sehr gut möglich für Leute die Snapchat nicht haben oder verstehen!!

    Super Post !!

    Danke dafür 💕

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      ninaconinaco

      Persönlichkeit zählt am Ende eh am meisten, die hat man nämlich auch noch, wenn es Instagram mal nicht mehr gibt 😉

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    Leandra

    Wider mal ein sehr schönes Outfit, würde ich genau so auch anziehen. 😊

    Bei der Sache mit den Followern hast du völlig recht. Ich frage mich ja immer, wie man sich eigtl so sehr selbst belügen kann oder ob man irgendwann selber glaubt, dass es echte Follower sind.

    Liebe Grüße Leandra

    http://www.chocoflanell.de

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      ninaconinaco

      Ja, die Lüge an sich selbst sehe ich auch am kritischsten… aber die meisten gehen da wahrscheinlich einfach sehr rational ran.

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    Anna

    Hallo meine Liebe!
    Jedes Mal, wenn ich mir nicht sicher bin, wie jemand zu vielen Abonnenten gekommen ist, z.b. wenn die Qualität einfach nicht stimmt, gehe ich auf Socialblade.com und gebe den entsprechenden Namen ein. An der Statistik ist dann sehr gut zu erkennen, ob die Zahl echt, oder gekauft ist.

    Ich muss aber ehrlich sagen, ich hab’s mir auch schon überlegt. Schliesslich ist es einfach schade zu sehen, dass andere, welche wirklich einfach 300€ in Follower reingesteckt haben, das 10 Fache von Kooperationen mit Firmen zurückerhalten, ohne wirklich etwas dafür zu tun.

    Liebe Grüsse,
    Anna

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      ninaconinaco

      Ja, von socialblade.com habe ich auch schon gehört. Insgeheim hat wahrscheinlich jeder schonmal über’s Kaufen nachgedacht, aber im Endeffekt komme ich immer zu dem Schluss, dass ich lieber ehrlich und meinen Prinzipien treu bleibe.

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    Claudine

    Der Artikel war ja eigentlich überfällig. In der letzten Zeit sind nämlich so einige Accounts regelrecht explodiert, was mich stutzig gemacht hat. Scheint gerade in Mode zu sein.
    Ich gebe allerdings Anna Recht: man kommt schon an den Punkt wo man auch darüber nachdenkt, denn das investierte Geld kann dann auch ganz schnell wieder zurück kommen. Bislang bin ich standhaft geblieben und krebse mit etwas über 10.000 echten Followern herum. Eigentlich toll, aber für Brands total uninteressant. Schade.
    Dein Outfit finde ich super, der Trench ist so schön und dazu die Booties: klasse!

    xo
    Claudine / http://www.claudinesroom.com

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      ninaconinaco

      Der Fehler liegt in dem Fall aber nicht bei dir, sondern bei den Marken. Oft haben kleinere Accounts wie deiner ja eine viel stärkere und empfänglichere Community als größere. Am Ende liegt es bei uns selbst, die Brands von uns zu überzeugen! 🙂

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    Stephi

    Ich finde du hast sehr recht mit deinem Beitrag! Allerdings habe ich so langsam die Hoffnung aufgegeben, dass sich daran noch mal etwas ändern wird. Schließlich läuft es so, wie es gerade ist für die meisten Beteiligten ja relativ gut. Und da die meisten Firmen solche Werbung sowieso im großen Stil mit vielen Accounts „schalten“ macht es wohl einfach die Masse.

    Schade finde ich es dennoch, aber der beste Weg wird da wohl sein, sich zuerst an seine eigene Nase zu fassen und selbst das zu tun, was man für richtig hält 😊

    Liebe Grüße
    Stephi // http://stephisstories.de

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    ninaconinaco

    Solange sich die Erfolge von Werbekampagnen über Influencer auf Instagram nicht richtig tracken lassen wird das wohl auch noch so bleiben. Aber sollte sich das irgendwann mal ändern, werden Marken ja selbst merken, dass es ihnen nichts bringt, sich mit ihren Produkte an tausende Fake Follower zu wenden.

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    Schminktussi

    Was für ein schöner und ehrlicher Post.

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      ninaconinaco

      Liebsten Dank!

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    Leni

    Liebe Nina,
    danke für diesen ehrlichen Post. Es fällt, wenn man sich damit ein wenig beschäftigt hat, bei besagten Instagramprofilen ja recht schnell auf… einerseits muss jeder mit der Gewissheit, Follower gekauft zu haben, selbst zurecht kommen und für sich überlegen, ob er damit fair handelt… aber ich bin komplett auf deiner Seite. Es beeinträchtigt einfach das ganze Medium, gerade für die „ehrlichen“ Instagrammer ist es halt schwerer, überhaupt in den Fokus der Firmen und PR-Agenturen zu geraten… es ist schade, aber ich glaube einfach, dass wir uns damit abfinden müssen…dass sich nichts ändern wird.
    Alles Liebe,
    Leni von featherlight.de

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      ninaconinaco

      Liebsten Dank für dein Feedback! Ich bin auch nicht sonderlich optimistisch, dass sich da allzu schnell was ändert, aber trotzdem hatte ich das Gefühl, mich dagegen aussprechen zu müssen.

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