Digital Native

Im Trubel der letzten Wochen ist eins der coolsten Projekte, die ich in meiner bisherigen Bloggerkarriere angegangen bin, fast untergegangen: mein eigenes Design in Kooperation mit Stilnest. 

WIE ALLES BEGANN…

Zu Stilnest habe ich schon seit Jahren ein besonderes Verhältnis: kurz nachdem ich in Berlin angekommen war und bereits mein BWL-Studium begonnen und verzweifelt abgebrochen hatte, überbrückte ich mit einem Job bei Stilnest meine Wartezeit bis zum folgenden Wintersemester. Dort sammelte ich nicht nur meine ersten Erfahrungen mit einem richtigen „Office Job“ sondern erlebte auch mit, wie sich ein junges Start-Up-Unternehmen mit guten Ideen, kreativen Köpfen und gekonntem Influencermarketing binnen weniger Monate einen Namen in seiner Branche machte. Damals noch hinter den Kulissen, managte ich Social Media Kanäle, schrieb Produkttexte, realisierte Fotoshoots oder überbrachte Influencern die ersten Prototypen ihrer Schmuckkollektionen. Dass ich eines Tages einmal selbst am Schreibtisch des Design-Teams von Stilnest sitzen würde, hätte ich mir zu diesem Zeitpunkt kaum vorstellen können. Umso mehr freute ich mich, als mir genau das bei einem kleinen Blogger Event von Stilnest vorgeschlagen wurde. Und welches Produkt wäre bei einem Blogger passender als eine Handyhülle? Keine Frage, dass ich sofort für das Projekt „Berlin Edition“, bei dem fünf Berliner Blogger ihr eigenes Design herausbringen sollten, zusagte.

 

PLÖTZLICH DESIGNER

Es dauerte nicht lange, da stand auch schon die erste Design-Session auf dem Plan. Wie immer machte ich mir auf den letzten Drücker, nämlich am Abend vorher das erste Mal Gedanken über Gestaltungsmöglichkeiten für meine Case. Schnell begriff ich, dass es schlichtweg ausgeschlossen ist, seine gesamte Persönlichkeit mit einem 8x15cm großen Design auszudrücken. Eine Handyhülle kann ja Einiges sein, aber am Ende ist es eben immer noch eine verdammte Handyhülle. So war die erste Hürde für meine perfektionistische Ader schnell gefunden und am nächsten Tag machte ich mich mit ein paar halbfertigen Ideen in das Stilnest-Büro. Vor Ort ging dann doch alles einfacher als gedacht: schnell hatten wir zusammen ein grobes Konzept gefunden und ich konnte mich mit Feinheiten wie der Farbauswahl, verschiedenen Schriftarten und dem Finish beschäftigen. Als mir ein paar Tage später das erste sogenannte Mock-Up, also ein Entwurf, geschickt wurde, war ich sofort begeistert. Nur ein paar winzig kleine Änderungen mussten noch vorgenommen werden, bis ich schließlich zu 100 Prozent zufrieden mit meinem Case-Design war und den Startschuss für die Produktion geben konnte.

DIGITAL NATIVE

Auch, wenn es sich eigentlich von selbst erklärt, möchte ich euch an dieser Stelle natürlich noch einen Eindruck davon geben, wie ich auf das finale Design gekommen bin. Ich wollte keinesfalls eine Case, die einfach „nur“ ein schönes Muster oder Motiv hat, ich wollte ein Design mit einem Statement – so wie eigentlich alles, was ich angehe. Mein Schriftzug sollte die Blogger- und Influencerszene in jedem Fall ein Wenig auf die Schippe nehmen oder zumindest eine lockere, ironische Betrachtungsweise auf sie deutlich machen. Während „Busy confirming Instagram clichés“ leider etwas zu lang für meine Gestaltungsidee war, passte „Digital Native“ perfekt.

Laut Definition ist ein „Digital Native“ jemand, der in der digitalen Welt aufgewachsen ist und beschreibt damit eigentlich meine unsere gesamte Generation. Trotzdem sind wir Blogger und Influencer wie so oft ein Sonderfall – und zwar oft im negativen Sinne: beinahe ununterbrochen am Handy verbringen wir Stunden damit uns selbst zu filmen, Bilder zu bearbeiten, hochzuladen, Mails zu schreiben, zu liken und zu teilen. Mehr „Digital Native“ geht nicht und dem sollten wir uns auch bewusst sein. Dementsprechend kann man den Schriftzug auf der Case sicherlich deuten wie man will – als Feststellung, Rechtfertigung oder gar Entschuldigung – für mich ist es einfach eine Art schmunzelnde Selbstreflexion.

Für das Muster bestehend aus „100“-Emojis habe ich mich übrigens entschieden, weil ich es einerseits natürlich schön finde, es andererseits aber zusätzlich mein Statement verstärkt. Klar, es ist eine Hundert: 100 Prozent, volle Punktzahl, keine halben Sachen. Ich könnte euch jetzt natürlich große Stories präsentieren, wie wichtig es mir ist, immer zu 100% „ich selbst“ zu sein und mein Bestes zu geben, und irgendwo stimmt das natürlich auch, aber ganz ehrlich? Vor allem finde ich das Emoji cool, benutze es oft und finde, dass es perfekt zu meinem Design passt.

WHAT’S NEXT?

Ob ich jetzt zur Designerin werde? Wohl kaum. Zwar macht es immer Spaß, Kooperationen so individuell und damit letztlich auch so authentisch wie möglich zu gestalten, am Ende jedoch ein haptisch wahrnehmbares Produkt in den Händen zu halten, ist schon nochmal eine ganz andere Nummer. Besonders schwer macht mir das mein bereits erwähnter Hang zum Perfektionismus. Sei es eine Handyhülle, eine Schmuckkollektion oder ein Kleidungsstück – in den Designprozess aller drei steckt man unheimlich viel Zeit und Mühe bis man mit dem Ergebnis zufrieden ist. Das muss man dann aber auch bleiben, denn das Produkt bleibt so, wie es zu jenem Zeitpunkt gestaltet wurde. Noch gefällt mir meine Case super, aber was ist in ein paar Monaten? Das ist das Schöne an digitalen Produkten: ein Bloglayout, einen Text oder meinen Instagramfeed kann ich zwar nicht in der Hand halten, dafür aber jederzeit verändern und neu gestalten. Da braucht es kein „finales“ Design, mit dem ich ein für alle mal zufrieden sein muss. Genau das liebe ich am Bloggen – es gibt immer eine Weiterentwicklung, eine andere Version. Auf mein Case Design bin ich aber natürlich trotzdem stolz und freue mich, dass es bald auch auf weitere Produkte ausgedehnt wird. Also stay tuned!

Hier* kommt ihr übrigens zum Stilnest Shop, wo ihr meine Hülle sowie zahlreiche andere tolle Accessoires shoppen könnt.

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